Rede Schrank: Gemeinsam gegen Sexismus
Sexismus und sexualisierte Gewalt
Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrtes Präsidium, liebe Kolleg*innen und liebe Gäste,
vielen Dank an die Grünen und die SPD für die Einbringung des Antrags „Eimsbüttel zeigt Haltung – Gemeinsam gegen Sexismus“ (Drs. 22-1903). Der Antrag greift ein wichtiges und leider weiterhin hochaktuelles Thema auf: Sexismus und sexualisierte Gewalt müssen weiterhin kontinuierlich benannt, sichtbar gemacht und politisch adressiert werden.
Die Formulierung im Antrag, dass „Sexismus Menschen begegnet“, ist zwar formal richtig, bleibt in ihrer Allgemeinheit aber etwas zu unspezifisch. In der Sache ist es wichtig, die strukturelle Dimension klarer zu benennen: Empirisch ist gut belegt, dass insbesondere Frauen in vielfältiger und häufig intersektionaler Weise von Sexismus betroffen sind. Eine präzisere Sprache würde die politische und gesellschaftliche Realität noch deutlicher machen.
Der Beitritt zum bundesweiten Bündnis gegen Sexismus ist grundsätzlich zu begrüßen. Er kann den fachlichen Austausch erleichtern, den Zugang zu bestehenden Materialien und Best-Practice-Beispielen eröffnen und dazu beitragen, das Thema in der Verwaltung weiter zu verankern. Gleichzeitig bleibt ein solcher Beitritt zunächst auch eine symbolische Geste. Ohne eigene, verbindliche Umsetzungsschritte besteht die Gefahr, dass es bei einem bloßen Lippenbekenntnis bleibt.
Vor diesem Hintergrund halten wir die Entwicklung eines eigenen, verbindlichen Handlungskonzepts für das Bezirksamt Eimsbüttel für dringend geboten. Ein solches Konzept sollte eine klare Haltung der Verwaltung gegenüber Diskriminierung formulieren, verbindliche Verfahrensweisen im Umgang mit Vorfällen festlegen und konkrete präventive wie intervenierende Maßnahmen benennen.
Genau an diesem Punkt setzt auch unserÄnderungsantrag zu Drs. 22-1903 an. Mit Drs. 22-1981 haben wir vorgeschlagen, die Themen Sexismus und andere Diskriminierungsformen nicht nur in bestehenden Fortbildungs- und Personalentwicklungsformaten zu verankern, sondern zeitnah ein konkretes Handlungskonzept gegen Sexismus und andere Diskriminierungsformen für das Bezirksamt Eimsbüttel zu erstellen und verbindlich zu implementieren.
Ein eindeutiges Bekenntnis der Verwaltung, demokratische Grundwerte zu schützen, Diskriminierung nicht zu tolerieren und aktiv zu unterbinden, wäre ein wichtiger Schritt. Das wäre nicht nur politisch richtig, sondern auch ein Signal für eine glaubwürdige und transparente Verwaltungskultur.
Darüber hinaus kann ein solches Vorgehen die Attraktivität der Verwaltung als Arbeitgeberin stärken. Gerade in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels ist eine klare Haltung gegen Diskriminierung ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Wir sehen im Beitritt zum Bündnis einen sinnvollen Baustein, aber eben keinen Ersatz für kommunale Verantwortung und konkrete politische Steuerung. Entscheidend ist, dass aus dem Bekenntnis auch verbindliches Handeln wird.
Deshalb werden wir den Antrag und die weitere Umsetzung aufmerksam und konstruktiv begleiten. Unser Ziel bleibt, dass Eimsbüttel nicht nur Haltung zeigt, sondern diese Haltung auch praktisch und verbindlich im Alltag der Verwaltung erkennbar macht.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Myriam Schrank
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Die referenzierten Anträge erhalten Sie hier:
- Antrag-Eimsbüttel zeigt Haltung–Gemeinsam gegen Sexismus-Drs-22-1903-Grüne-SPD-Volt.pdf
- Antrag-Änderungsanstrag-Schrank-Eimsbüttel zeigt Haltung–Gemeinsam gegen Sexismus-Drs-22-1981-Linke.pdf
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