Antrag Kleinert 📌 Eine Gedenktafel für Carl von Ossietzky in der Grindelallee 🚩

Roland Wiegmann

Eine Gedenktafel für Carl von Ossietzky in der Grindelallee

Sachverhalt:

Carl von Ossietzky (1889–1938) war ein bedeutender Demokrat mit Spuren in Eimsbüttel, ein herausragender Publizist und Pazifist der Weimarer Republik – ein Mann, der mit Mut, Integrität und analytischem Scharfsinn gegen Aufrüstung, Militarismus und Nationalsozialismus Stellung bezog.

Dass Ossietzky als Herausgeber der Weltbühne für seine Enthüllungen über die geheime Aufrüstung der Reichswehr (die einen Verstoß gegen den Versailler Vertrag darstellte) verurteilt und schließlich von den Nationalsozialisten ins KZ verschleppt und dort gefoltert wurde, machte ihn weltweit zum Symbol für Gewissensfreiheit, Zivilcourage und unabhängigen Journalismus.

Er verstarb 1938 an den Haftfolgen. Sein Leben steht für Zivilcourage, Gewissensfreiheit und den Mut, der Wahrheit die Ehre zu geben.

Ossietzkys letzter Hamburger Wohnsitz war die Grindelallee 1 – gegenüber der heutigen Staats- und Universitätsbibliothek, die seit 1983 seinen Namen trägt.

Auf dem Gehweg erinnert ein Stolperstein an ihn – doch dieser liegt für viele Passant:innen klein und auf unabsehbare Zeit durch die dortige Baustelle verborgen.

Und: Stolpersteine ehren Ermordete – Tafeln erklären Leben und Wirken.

Der vorhandene Stolperstein erinnert an das Leiden, nicht an die historische Bedeutung Ossietzkys.

Eine Gedenktafel kann Ossietzkys Wirken positiv erinnern und einordnen, z. B. mit Verweis auf seine Artikel in der Weltbühne oder seinen Widerstand gegen die NS-Diktatur.

Eine gut sichtbare Gedenktafel würde seinen Aufenthalt an diesem Ort konkret verorten, seine Lebensleistung würdigen und zur historisch-politischen Bildung beitragen. Die gegenüberliegende Universitätsbibliothek trägt seinen Namen – doch ohne Kontext bleibt der Bezug abstrakt. Eine Tafel schlägt die Brücke zwischen Geschichte, Bildung und Ort.

In Zeiten, in denen Pressefreiheit, Friedenspolitik und Zivilcourage wieder unter Druck geraten, ist eine solche Würdigung hochaktuell, pädagogisch wertvoll und eine sichtbare Stärkung demokratischer Erinnerungskultur in Eimsbüttel.

Standort: Zur Stärkung des Bezugs zum Namensgeber der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky und wegen des deutlich höheren Fußgängeraufkommens auf der Bibliotheksseite der Grindelallee wird eine freistehende Stele auf dem Bibliotheksvorfeld an der Westseite der SUB (zur Grindelallee hin) vorgeschlagen – zwischen dem Altbau an der Ecke Grindelallee/Moorweidenstraße (ehemaliger Haupteingang) und der Skulptur „Gedankenflug“ von Detlef Birgfeld. Der genaue Standort soll etwa auf halber Strecke zwischen Altbau-Ecke und „Gedankenflug“ an der Sitzbank nahe des Fußweges liegen.

Vorschlag für die Inschrift:

Carl von Ossietzky (1889–1938)

Publizist, Pazifist, Friedensnobelpreisträger (1935)

Herausgeber der Weltbühne

mutiger Kritiker von Militarismus und Nationalsozialismus

Für seine Enthüllungen über die geheime Aufrüstung der Reichswehr verurteilt, von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt und dort gefoltert. 1938 an den Haftfolgen gestorben.

Sein letzter Hamburger Wohnsitz: Grindelallee 1 – gegenüber der heutigen Staats- und Universitätsbibliothek, die seit 1983 seinen Namen trägt.

 

Petitum/Beschluss:

Die Bezirksamtsleitung wird gebeten,

die zuständigen Stellen im Bezirksamt mit der Realisierung einer freistehenden Gedenktafel zu beauftragen.

 

Mikey Kleinert und Die LINKE. Fraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel 

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