Antrag Schrank 📌 Implementierung von StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt im Bezirk EimsbĂŒttel - PrĂ€vention und Schutz bei hĂ€uslicher Gewalt đŸš©

Myriam Schrank

Implementierung von StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt im Bezirk EimsbĂŒttel - PrĂ€vention und Schutz bei hĂ€uslicher Gewalt

Sachverhalt:

 

Petitum/Beschluss:

Die Gewalt gegen Frauen in Partnerschaften bleibt ein ernstzunehmendes und dringliches gesellschaftliches Problem. In Deutschland wird nahezu jeden zweiten Tag eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner ermordet. Trotz zahlreicher gesetzlicher Reformen, Ausbau von Beratungsstellen, erweiterten KapazitĂ€ten in FrauenhĂ€usern und verstĂ€rkten Schutzmaßnahmen hat sich an der grundsĂ€tzlichen Problemlage nur wenig verbessert. Die Dunkelziffer hĂ€uslicher Gewalt bleibt sehr hoch, da das Thema weiterhin von Scham, Angst und Tabuisierung geprĂ€gt ist.

Betroffene Frauen sehen sich hĂ€ufig mit Verunsicherung und Hilflosigkeit konfrontiert, nicht selten kommt es zu SelbstvorwĂŒrfen oder gesellschaftlichen Schuldzuweisungen, die eine wirksame UnterstĂŒtzung erschweren. Das soziale Umfeld und Nachbarschaften fĂŒhlen sich oftmals machtlos und wissen nicht, wie sie angemessen reagieren können. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass Betroffene in ihrem Leid gefangen bleiben und aus dem Kreislauf der Gewalt nicht ausbrechen können.

Das 2006 von Prof. Dr. Sabine Stövesand an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) entwickelte StoP!-Projekt ist ein wissenschaftlich fundiertes und in der Praxis erfolgreich erprobtes Handlungskonzept, das prĂ€ventiv und partizipativ wirkt. StoP! wurde zunĂ€chst im Hamburger Stadtteil Steilshoop umgesetzt, wo es durch innovative Gemeinwesenarbeit, effektive Vernetzung und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit bundesweit Beachtung fand und mehrfach ausgezeichnet wurde – sowohl in Deutschland als auch international, z.B. in Österreich.

Ziel von StoP! ist es, in Stadtteilen eine langfristige und nachhaltige VerĂ€nderung der gesellschaftlichen Einstellungen zu Partnerschaftsgewalt zu bewirken. Das Projekt fördert die Aktivierung von Nachbarschaften und zivilgesellschaftlichem Engagement, sensibilisiert Multiplikator*innen vor Ort und etabliert tragfĂ€hige UnterstĂŒtzungsnetzwerke. Wesentlich ist das im Projekt entwickelte StoP-8-Schritte-Modell, das konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur PrĂ€vention, Intervention und Nachsorge bei hĂ€uslicher Gewalt liefert.

Vor dem Hintergrund der laufenden Stadtteilentwicklung Stellingen (RISE) bietet sich die Möglichkeit, das StoP-Konzept im Bezirk EimsbĂŒttel zu implementieren und den Schutz vor hĂ€uslicher Gewalt weiter zu stĂ€rken. Die Bezirksverwaltung in EimsbĂŒttel hat hier die Chance, ebenfalls Flagge zu zeigen und durch gezielte, innovative PrĂ€ventionsarbeit und den Aufbau eines lokalen UnterstĂŒtzungsnetzwerks betroffenen Frauen* konkrete Hilfe und Sicherheit zu bieten.

Petitum:

1. Prof. Dr. Sabine Stövesand oder eine andere fachkundige Person soll zeitnah in die Bezirksversammlung (BV) und /oder den RaSE eingeladen werden, um das StoP-Konzept sowie das praxisorientierte StoP-8-Schritte-Modell detailliert vorzustellen. Ziel ist es, ein fundiertes VerstĂ€ndnis und breite UnterstĂŒtzung fĂŒr das Projekt im Bezirk / Stadtteil zu erreichen

2. Das StoP-Konzept soll verbindlich als fester Bestandteil in das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung aufgenommen werden. Ebenso soll es in die Potenzial- und Problemanalyse des Stadtteils integriert werden, um die Relevanz hĂ€uslicher Gewalt als gesamtgesellschaftliches Thema sichtbar zu machen und ressortĂŒbergreifend zu bearbeiten

3. Im Anschluss sollen zur Etablierung des StoP-Projektes angemessene finanzielle Mittel sowie geeignete rĂ€umliche Ressourcen zur VerfĂŒgung gestellt werden (zum Beispiel im geplanten BĂŒrgerhaus)

4. Im Rahmen der Stadtteilentwicklung Stellingen soll eine Ausschreibung bzw. eine beschrÀnkte Bekanntgabe erfolgen, um einen geeigneten TrÀger zu finden, der mit der Umsetzung des StoP-Handlungskonzeptes im Stadtteil beauftragt wird. Parallel dazu soll einer oder mehreren Personen die Möglichkeit eröffnet werden, an der qualifizierenden StoP-Fortbildung teilzunehmen, um lokale Expertise aufzubauen

 

Myriam Schrank und Die LINKE. Fraktion in der Bezirksversammlung EimsbĂŒttel 

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