Antrag Kleinert đ Null Photovoltaik-Anlagen in sechs Jahren đ©
"Null Photovoltaik-Anlagen in sechs Jahren: PV-Ausbau auf SAGA-DĂ€chern im Bezirk EimsbĂŒttel endlich beschleunigen"
Sachverhalt:
Mit der Drucksache 21-1477 vom 20.11.2020 hatte die Behörde fĂŒr Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) auf Beschluss der Bezirksversammlung (Drs. 21-1306) eine Liste von 175 SAGAGebĂ€uden im Bezirk EimsbĂŒttel vorgelegt, bei denen die Errichtung einer PV-Anlage aufgrund der baulichen VerhĂ€ltnisse grundsĂ€tzlich möglich ist. Bereits ausgeschlossen waren damals GebĂ€ude mit ungeeigneten Dachformen, denkmalgeschĂŒtzte Objekte, ETW-Anlagen sowie GebĂ€ude mit weniger als zwei Vollgeschossen. Es handelte sich also bereits um eine konservativ bereinigte Auswahl tatsĂ€chlich geeigneter Liegenschaften.
Nach sechs Jahren fĂ€llt die Bilanz auf Anfrage der Linksfraktion (Drs. 22-1789) mehr als ernĂŒchternd aus: Auf den 175 als geeignet identifizierten Liegenschaften wurde seit 2020 keine einzige PV-Anlage errichtet. Insgesamt verfĂŒgen lediglich 7 von 460 SAGA-GebĂ€udekomplexen im Bezirk EimsbĂŒttel ĂŒber eine PV-Anlage â das entspricht einer Quote von rund 1,5 Prozent. Die Errichtung von PV-Anlagen erfolgt im Bestand fast ausschlieĂlich dann, wenn ohnehin DachflĂ€chen erneuert oder Fassaden eingerĂŒstet werden.
Dieses Vorgehen wird der Klimakrise nicht gerecht. Die SAGA ist als landeseigenes Wohnungsunternehmen in besonderer Weise an die Klimaschutzziele der Freien und Hansestadt Hamburg gebunden und hat eine Vorbildfunktion. Ein passives Abwarten auf ohnehin anstehende Bauarbeiten verlĂ€ngert die Ausbaupfade um Jahrzehnte und konterkariert die Ziele des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes. Dass selbst private Wohnungskonzerne, die ansonsten kaum durch positive Nachrichten am Hamburger Wohnungsmarkt auffallen, beim PhotovoltaikAusbau weiter sind als ein landeseigenes Unternehmen, das den Anspruch einer Vorbildfunktion fĂŒr sich reklamiert, ist fĂŒr die SAGA ein Armutszeugnis.
Zugleich werden den Mieter:innen durch das VersĂ€umnis erhebliche Vorteile vorenthalten: Modelle, welche die lokal erzeugte Energie unmittelbar an die Bewohner:innen weitergeben, könnten gerade in Zeiten hoher Energiepreise spĂŒrbar entlasten und zugleich die Akzeptanz der Energiewende stĂ€rken. Auch wirtschaftlich ist der weitere Stillstand schwer zu rechtfertigen: Die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen hat sich seit 2020 durch sinkende Modulpreise und gestiegene Strompreise nochmals deutlich verbessert.
Ein konkreter, in Hamburg bereits erfolgreich erprobter Ansatz, der gezielt den wirtschaftlichen Nutzen bei den Bewohner:innen verortet, ist das Modell âFairer WohnStrom" aus einem Pilotprojekt in Hamburg-Ohlsdorf. Das Modell wurde zuletzt in der Hamburgischen BĂŒrgerschaft am 26.11.2025 im Rahmen einer Debatte um die Vereinfachung und Ausweitung von PV-Betreibermodellen fĂŒr MehrparteienhĂ€user debattiert.
Petitum / Beschluss:
Die Bezirksversammlung empfiehlt der zustĂ€ndigen Fachbehörde gem. § 27 BezVG, sich bei der SAGA Unternehmensgruppe dafĂŒr einzusetzen, dass
1. zĂŒgig mit der Ausstattung der bereits als geeignet identifizierten DĂ€cher aus der Anlage zur Drs. 21-1477 mit Photovoltaikanlagen begonnen wird;
2. diese Anlagen sollen in Modellen umgesetzt werden, die den Mieter:innen einen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen vor Ort ermöglichen â etwa wie das in Hamburg-Ohlsdorf erprobte Konzept âFairer WohnStrom";
3. die zustĂ€ndige Fachbehörde der Bezirksversammlung die GrĂŒnde mitteilt, falls ein Modell nach 2 nicht von der SAGA umgesetzt werden kann. Weiter soll sie dann berichten, in welchem anderen Modell eine NachrĂŒstung stattfinden soll
Mikey Kleinert und Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung EimsbĂŒttel
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