Vor den Toren des Tierparks Hagenbeck sind die Flüchtlinge nicht willkommen
In der WELT vom 24.08. wird berichtet, dass sich der Tierpark Hagenbeck gegen die Errichtung eines Flüchtlingscamp auf dem Park-and-Ride-Parkplatz an der Lokstedter Höhe wehrt. Dort sollen vorübergehend Container für 200 Flüchtlinge - vorrangig für Familien - aufgestellt werden. Der Tierpark Hagenbeck sieht seine Existenz gefährdet, wenn die Parkplätze für die Besucherströme wegfallen.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Astrid Dahaba, ist darüber empört: „Der privat geführte Tierpark Hagenbeck wird zwar nicht regelmäßig, doch mit immensen Investitionen von Bund und Land unterstützt. Zirka 20 Millionen Euro sind seit 2005 in den großen zoologischen Garten geflossen. Hagenbeck sollte die Flüchtlinge willkommen heißen und auch von seiner Seite einen Beitrag zur Willkommenskultur leisten, zumal der Tierpark Gelder aus der öffentlichen Hand erhält.“ Die für Stellingen zuständige Bezirksabgeordnete fordert die zerstrittende Tierparkführung auf, sich in dieser Sache zusammenzutun und den ankommenen Familien mit minderjährigen Kindern Eintrittskarten zu spendieren. Dies wäre eine solidarische und erstrebenswerte Maßnahme, die der Stadt und dem Land Hamburg, das sich gern „Tor zur Welt“ nennt, würdig wäre. Gerade auch die Tore vor dem Tierpark Hagenbeck sollten den Menschen aus den Bürgerkriegsländern offen stehen. Das aus Sicht der LINKEN umstrittene Denkmal vor dem Eingang des Tierparks zeigt einmal mehr, welche Haltung die Familie Hagenbeck gegenüber Menschen aus anderen Kulturen hegt.
Für Rückfragen:
Astrid Dahaba, Tel.: 0177/85 86 300
Hartmut Obens, Tel.: 040/44 29 49
Zaklin Nastic, Tel.: 0176/49 444 000
Hintergrundinformation: Bei den Eintrittspreisen gehört der Tierpark Hagenbeck zu den teuersten in Deutschland. Eine Kombikarte (Tierpark und Tropenaquarium) kostet für Erwachsene 30 € und für Kinder 21 €. Menschen mit geringem Einkommen können sich die Besuche im Hagenbecks Tierpark nicht leisten. Eine Schriftliche Kleine Anfrage 19/6578 des Abgeordneten Norbert Hackbusch (DIE LINKE) vom 25.06.10 und Antwort des Senats ergab: „Im Jahre 2005 beschloss die Freie und Hansestadt Hamburg, den Bau des Tropariums im Tierpark Hagenbeck mit einem Zuschuss von 10 Millionen Euro zu unterstützen. (Drs. 18/2304); 2006 beteiligte sich die Stadt mit 1,5 Millionen Euro an Investitionen des Tierparks Hagenbeck. (Drs. 18/5053) Für den Bau des „Neuen Eismeeres“ sollen nun im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogrammes aus öffentlichen Mitteln 7.500.000 Euro (Bund: 5.625.000 Euro, Freie und Hansestadt Hamburg: 1.875.000 Euro) bereitgestellt werden. (Drs. 19/6450).“ |
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- 2013.08.25.PM_Dahaba_Hagenbeck_01.pdf
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