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Peter Gutzeit

Rede | Wiederherstellung des Zugangs unter der Fahrradbrücke am Isebekkanal

Der Zaun muß weg - ein Gebot der Menschlichkeit.
Der Zaun unter der Fahrradbrücke am Isebekkanal muß weg - ein Gebot der Menschlichkeit.

Peter Gutzeit, Rede in der Bezirksversammlung Eimsbüttel am 28.04.2016
zum Antrag TO 9.4, (Drs. 20-1503):

Wiederherstellung des Zugangs unter der Fahrradbrücke am Isebekkanal

»Verehrtes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Gäste,

wo immer es in Hamburg um das Thema Obdachlose geht – der überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger ergreift Partei für diese Menschen.
Das nehme ich jedenfalls immer wieder mit großer Freude und Genugtuung zur Kenntnis.
Und das, obwohl in dieser Stadt, 23.000 Millionäre und über 20 Milliardäre ihr Unwesen treiben, die ihr Geld ja bekanntlich nicht durch Wohltaten erworben haben.

Trotzdem ist diese Stadt offensichtlich nicht so kalt und herzlos, wie es das Handeln von Teilen der Verwaltung mitunter vermuten lässt.

Ich frage mich, wie man so unsensibel sein kann und klammheimlich in einer Nacht- und Nebelaktion einen Zaun gegen Obdachlose errichten lässt, wo doch 2010 sogar schon einmal ein Bezirksamtleiter wegen der Errichtung eines Zaunes seinen Posten verlor.

Unser Bezirksamtsleiter wäre wirklich schlecht beraten, wenn er jetzt nicht den Rückwärtsgang einlegt, den Zaun abbaut, zumindest aber den freien Zugang wiederherstellt, oder besser noch, den dort lebenden Menschen eine Wohnung zuweist.
Umgehend.
Und vielleicht mit Sozialbetreuung.
Damit würde er auch ein kleines Bisschen gegen das Umfragetief seiner Partei beitragen.

Und denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die jetzt aus Mangel an Barmherzigkeit tatenlos auf die angebliche Rechtslage pochen, denen sage ich: Menschlichkeit ist die höchste Tugend.
Sie erfordert Mut, Ausdauer und oft auch Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen.

Dieser Zaun ist eine Bankrotterklärung der Verwaltung, weil die dort lebenden Menschen nicht weggezaubert sind, sie haben sich jetzt woanders eingerichtet, das Problem ist also nicht beseitigt, sondern nur anderen Menschen untergeschoben worden. 
Deshalb, der Zaun gehört sofort wieder abgebaut.

Auch die Vertreibung anderer Obdachloser am Isebekkanal, z.B. am Zugang Weidenstieg oder an der Bundesstraßenbrücke ist zu unterlassen.

Unsere Augen müssen lernen, das Elend, für das wir alle mitverantwortlich sind, auch zu ertragen und nicht durch Vertreibung schön zu malen.
Deshalb, der Zaun gehört sofort wieder abgebaut.

Und wenn ich am Schluss die Sprecherin des Bezirksamtes zitieren darf:
„Hier geht es um den Schutz von Gesundheit und Leben“. Richtig.
Deshalb, der Zaun gehört sofort wieder abgebaut.
Und wenn jetzt immer noch jemand sagt: „Aber man muss sich doch an Recht und Gesetz halten“, dann schauen Sie sich nur die Zebra-Streifen in Tempo30-Zonen an. Die dürften nach Recht und Gesetz auch nicht sein. Aber selbst die Polizei käme nicht auf die Idee, diese jetzt abzubauen.

Und deshalb noch einmal: Der Zaun gehört  weg und zwar sofort!«

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